Von Komuz und Temir-Komuz

Der Klang von Kirgistan

 

Man sagt, in der Musik Kirgistans hört man die Berge. Ihr Murmeln, ihr Rauschen, den Klang des Windes, wenn er um die Gipfel pfeift oder sanft die Gräser wiegt. Das laute Tosen der Flüsse oder das zarte Geräusch von fallendem Schnee. Das Trommeln von Pferdehufen auf den Sommerweiden und das ruhige Plätschern von Bachläufen. Das Schreien der Adler und das Heulen der Wölfe.
Man hört aber auch das Lachen der Kinder, das Knistern von Feuer im Kamin. Ich finde, man hört und spürt die Gesichter eines ganzen Landes. Und wer einmal die Gelegenheit hatte, einem Konzert lauschen zu dürfen, wird das wohl nie vergessen. Die Klänge brennen sich ein, magisch und unbekannt, melodisch und wunderschön.

 

Das wohl bekannteste Musikinstrument ist die Komuz, das Nationalinstrument des Landes und nicht zu verwechseln mit dem ähnlich klingenden Kumyz, dem Nationalgetränk. Es handelt sich hierbei um eine zwei- oder dreisaitige gezupfte Langhalslaute ohne Bünde, die in ganz Zentralsien verbreitet ist. Dem Volksglauben nach war die Komuz das erste kirgisische Instrument, eingeführt vom mythischen Jäger Kambar, um Mut und Tapferkeit zu predigen. Traditionell ist ist sie das Begleitinstrument für Epensänger.
Fast den gleichen Namen, aber völlig anders: die Temir-Komuz, die Maultrommel. Meist aus Eisen und zwischen 10 bis 20 Zentimetern lang, hat sie für mich einen außeriridisch ungewohnten Klang.
Der Komuz ähnlich ist die Dromba, ebenfalls eine zwei- oder dreiseitige Langhalslaute, sowie die Kobys oder kyl kiak, eine mit dem Bogen gestrichene Langhalslaute mit offenem Resonanzraum.
Auch Blasinstrumente sind verbreitet, so etwa Chor, eine Hirtenflöte, oder sybyzgy, eine Querflöte.
Wer jetzt Lust hat, selber einmal ein traditionelles kirgisisches Konzert zu erleben –  gerne laden wir für Sie Musizierende ein und lassen auch vor Ihren Augen jahrhundertealte Bilder aufsteigen: von Bergen und Jurten und den Elementen der Erde.

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